Falcon Medical - Zementfreie Hüfttechnologie

 

Made in Austria

Falcon Medical informiert

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes stellt heute einen Routineeingriff dar und gehört zu den erfolgversprechendsten Operationen.

Ziel einer solchen Operation ist die Rückgewinnung der eigenen Mobilität und Schmerzfreiheit

Zu Ihrer Information finden Sie eine Zusammenstellung oft gestellter Fragen und den dazugehörigen Antworten.

 

Was soll ich unter einer künstlichen Hüfte verstehen?

Ein künstliches Hüftimplantat ist ein Ersatz für ein erkranktes natürliches Gelenk und besteht aus mehreren Komponenten:

  • Einer Hüftpfanne, welche im Becken fixiert wird
  • Einem Pfanneneinsatz als Gleitpartner des Kugelkopfes
  • Einem Kugelkopf als Rotationszentrum
  • Einem Hüftschaft, welcher im Oberschenkelknochen fixiert wird

 

Warum empfiehlt mir mein Arzt eine künstliche Hüfte?

Wenn die Beschwerden (Schmerzen, etc.) durch konservative Behandlungsmöglichkeiten wie:
Physiotherapie, Bäder, etc. nicht mehr therapierbar sind, kann Ihnen Ihr Arzt die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes zur Verringerung Ihrer Beschwerden und zur Steigerung Ihrer Beweglichkeit anbieten.

 

Welche Garantie habe ich, dass sich meine Beschwerden wirklich verbessern?

In Mitteleuropa ist die Implantation einer künstlichen Hüftprothese mittlerweile zu einer Standardoperation geworden. Alleine in Deutschland werden jedes Jahr geschätzte 230000 künstliche Hüftgelenke (Stand 2017) eingesetzt. Die Erfahrung zeigt, dass bei korrekter Implantation die Beschwerden stark verringert und gleichzeitig die Beweglichkeit verbessert wird. Der Grad der Verbesserung ist jedoch stark von der Ausgangssituation und der Art der Erkrankung abhängig. 

Eine 100 %-ige Erfolgsgarantie kann jedoch nicht abgegeben werden.

 

Welche Arten von künstlichen Hüftgelenken gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zementfreier und zementierter Fixation der Prothesenteile im Knochen. 

• Zementfrei bedeutet: direkte Verankerung des Implantates im Knochen ohne Zwischenschicht 

• Zementiert bedeutet: indirekte Verankerung des Implantates im Knochen mittels Knochenzement* als Zwischenschicht 

Gegebenenfalls kann auch eine Mischform (= Hybridversorgung) entsprechend der vorgefundenen Knochenqualität gewählt werden kann.

 

Welche Lebensdauer kann ich mir von meinem künstlichen Gelenk erwarten?

Hüftgelenkskomponenten sind mechanisch hochbelastete Implantate und sollen den Patienten jahrelang als Ersatz für sein natürliches Gelenk dienen. Eine spezifische Festlegung auf eine vorgesehene Lebensdauer ist nicht möglich, da dies von verschiedenen Faktoren abhängig ist: Gewählter Gleit-partner, Aktivitätsniveau der Patienten, Implantationsqualität, Knochenqualität, Ausgangssituation der einzelnen Patienten, Gewicht der Patienten, unerwartete Komplikationen durch Sturz, Unfall, etc. Nach derzeitigem Literaturstand sind die Gleitpartner die limitierenden Faktoren eines künstlichen Hüft-gelenkes, Polyäthylen-Keramik Gleitpartner haben eine Lebensdauer von ca. 10-15 Jahren, Keramik-Keramik Gleitpartner können eine Lebensdauer von ca. 25-30 Jahren erreichen, vorausgesetzt es treten keine lebensdauerlimitierenden Faktoren wie z. Bsp. Impingement*, Lockerungen, Infekte, Drittkörper, etc. auf. FALCON MEDICAL kann keine Gewährleistung oder Haftung für eine bestimmte Lebensdauer der Implantatkomponenten übernehmen. 

 

Was passiert bei einem Wechsel meiner Prothese?

Bei einem notwendig gewordenen Wechsel einer Prothese muss man generell zwischen einer Lockerung einer Komponente im Knochen oder einem notwendigen Austausch eines Gleitpartners wegen Verschleiß unterscheiden. Eine Prothesenlockerung sollte frühzeitig von einem Spezialisten zur Vermeidung weiterer Knochenschädigung mittels Standard- oder Spezialimplantaten operiert werden. Bei zeitgerechter und korrekter Implantation können nachteilige Auswirkungen vermieden werden. Ein notwendiger Austausch eines oder beider Gleitpartner stellt im Vergleich zu einem Prothesenwechsel einen kleineren Eingriff dar. Nach einer Überprüfung der Implantate auf einen festen Sitz im Knochen werden die abgenutzten Gleitpartner gegen neue getauscht und die Funktionsfähigkeit der Komponenten wiederhergestellt.

 

Welche Risikofaktoren und mögliche Komplikationen gibt es?

Als Risken, die den Erfolg einer Operation beeinträchtigen können, gelten insbesondere:

a) Wesentliche Osteoporose* oder Osteomalazie*
b) Schwere Missbildungen, kongenitale* Hüftluxation
c) Lokale Knochentumoren
d) Systemerkrankungen und Stoffwechselstörungen
e) Anamnestische* Hinweise auf Infektionen und Stürze
f) Übergewicht des Patienten (Körpergewicht >100Kg)
g) Starke körperliche Aktivität (z.B. Rennen, schwere Gewichte heben oder Leistungssport ausüben)
h) Allergie gegen irgendeine Materialkomponente der Implantate
i)  Muskelschwäche
j) Neurologische* Erkrankungen, die ein funktionelles Risiko für den künstlichen Gelenksersatz darstellen
k) Patient, der nicht in der Lage ist die Instruktionen des Arztes zu verstehen und zu befolgen
l) Mangelhafte Implantation, Rehabilitation und Komplikationen
m) Ausübung von Leistungssport
n) Mangelhafte Stabilität und Gelenksspannung der Implantate (kann zu Mikroseperationen*, Luxationen* und übermäßige Beanspruchung der Gleitpartner bis zum Bruch der Komponenten führen) 

Mögliche Komplikationen (inkl. Langzeitkomplikationen -10 Jahre), Daten aus Literaturanalyse
Sehr häufig: mehr als 1 von 10; Häufig: mehr als 1 von 100; Gelegentlich: mehr als 1 von 1.000; Selten: mehr als 1 von 10.000; Sehr selten: mehr als 1 von 100.000

Häufig: 
a) Lageveränderung und Lockerung der Prothese, insbesondere infolge Abrieb, veränderter Bedingungen der Lastübertragung und/oder Gewebereaktionen auf das Implantat
b) Subluxation*, ungenügender Bewegungsumfang, unerwünschte Verkürzung oder Verlängerung der betreffenden Extremität
c) Infektionen
d) Kardiovaskuläre* Störungen
e) Hämatome*
f) Gewebereaktion infolge Allergie auf das implantierte Material oder infolge Anhäufung von Abriebpartikeln 

Gelegentlich:
a) Sprengfrakturen oder Knochenausriss infolge der Operation
b) Nerven- oder Gefäßschädigung
c) Heterotrophe Verknöcherung und periphere Neuropathie
d) Periprothetische Knochenbrüche infolge einseitiger Überlastung, Trauma oder geschwächter Knochensubstanz
e) Geräuschentwicklung bei Verwendung einer Hart-Hartpaarung (z. Bsp. durch Verlust des Schmierfilmes, Impingement, Drittkörperverschleiß, usw.)

Selten:
a) Venöse Thrombose und Lungenembolie, Fettembolie
b) In seltenen Fällen Ermüdungsbruch von Einzelkomponenten, Implantatbruch oder Implantatabnutzung
c) Funktionseinschränkungen weiterer Gelenke können zu frühzeitigem Versagen der Implantate durch überproportionale Belastung führen.

 

Wie aufwendig ist eine Hüftoperation?

Eine Hüftoperation stellt heute einen Routineeingriff dar und dauert in der Regel ein bis zwei Stunden.

Der durchschnittliche notwendige Klinikaufenthalt bei einer Standardhüftoperation beträgt ca. zwischen 5 und 12 Tagen. 

 

Warum ist eine Rehabilitation sinnvoll?

Die vor der Operation durch die Erkrankung des Grundgelenkes degenerierten Weichteile (Muskulatur, Sehnen, etc.), welche noch zusätzlich bei der Operation in Mitleidenschaft gezogenen werden, sollten langsam wieder aktiv an das gewünschte Bewegungsmaß trainiert werden. 

 

Was bedeutet minimal-invasive Hüft-TEP?

Darunter werden besonders weichteilschonende Operationstechniken zur schnelleren Rehabilitation verstanden. Die Muskulatur wird dabei nur gering beeinträchtigt. 

 

Sind Falcon Medical Implantate minimal-invasiv anwendbar?

Prinzipiell können alle Falcon Medical Implantate mit minimal invasiven Operationstechniken angewendet werden. Nach Rücksprache mit ihrem Operateur können auch von Falcon Medical speziell für diese Art der Anwendung entwickelte Produkte für Sie in Betracht gezogen werden.

 

Warum wird eine postoperative Nachuntersuchung empfohlen?

Jeder Träger eines künstlichen FALCON MEDICAL Gelenks bedarf der regelmäßigen Nachkontrolle durch seinen Operateur oder einen kompetenten Fachkollegen. Anzeichen von Abnützung oder Lockerung der Prothese können oft schon dann nachgewiesen werden, wenn der Träger des Gelenkes noch keine Nachteile verspürt. Bei frühzeitiger Erkennung einer drohenden Komplikation können erfolgversprechende Maßnahmen ergriffen werden. Insbesondere verspricht eine Reoperation zu einem früheren Zeitpunkt weit mehr Aussicht auf Erfolg als später, wenn eine fortgeschrittene Lockerung bereits zu Resorptionsvorgängen des knöchernen Lagers geführt hat.

Als Patient sind sie daher angewiesen, geringste Veränderungen oder Schmerzen am operierten Gelenk ihrem Operateur oder den nachbetreuenden Fachkollegen unverzüglich mitzuteilen. 

 

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Im Falle einer Infektion (z. Bsp.: Zahn, Kieferhöhle, Hautwunden) weisen Sie Ihren Arzt auf Ihr Gelenksimplantat hin. Ausbreitende Keime können zu einem Implantatwechsel führen. 

Bei Problemen wie: plötzlichen Schmerzen, Bewegungseinschränkung, ungewöhnliche Geräusche des künstlichen Hüftgelenkes sollten Sie zur Kontrolle Ihre versorgende Einrichtung kontaktieren. 

 

Welchen Sport kann ich mit einer künstlichen Hüfte ausüben?

Grundsätzlich können fast alle Sportarten nach Rücksprache mit Ihrem Operateur ausgeübt werden.

Generell günstig für Ihr künstlichen Hüftgelenk sind gelenksschonende Sportarten wie: Radfahren, Schwimmen und Spazieren gehen.

 

Ich soll mittels MRT untersucht werden. Ist das möglich?

Sie sind Träger eines künstlichen nicht-aktiven* Gelenksersatzes der Falcon Medical. Im Fall einer MRT Untersuchung weisen Sie das Bedienungspersonal darauf hin. Die Komponenten bestehen aus nicht ferro-magnetischen* Materialien (Titan, Titanlegierungen, Keramik, Polyethylen) und dia-magnetischen* Materialien (CoCrMo und Stahl). Mit Ausnahme einer möglichen geringfügigen Erwärmung zeigen sich in der Evaluierung der Literatur keine negativen Auswirkungen, das Implantat kann als MR Conditional* (Feldstärke max. 1.5 Tesla, Expositionszeit max. 15 Minuten, SAR < 1W/kg) bezeichnet werden.

 

Gibt es noch zusätzliche Anmerkungen?

Diese Information erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt nur Angaben allgemeiner Natur zur Verfügung. Ein individuelles Gespräch mit Ihrem Arzt zur Beratung und Abklärung Ihrer speziellen Situation ist unbedingt erforderlich.

Nach der Operation sollte Ihnen ein Prothesenpass zur Information über das verwendete Implantat ausgehändigt werden. Damit kann bei einer eventuell notwendigen Revision Ihres künstlichen Gelenkes die entsprechende Klinik umgehend mit dem Hersteller/Vertreiber zur Bereitstellung der notwendigen Instrumente/Implantate unter Angabe aller benötigten Informationen in Kontakt treten.

 

Stichwortliste

Knochenzement: ein speziell für die Medizin entwickelter Kleber zur Befestigung von Implantaten im oder am Knochen
Impingement: das Aufeinanderstoßen von Knochen oder Implantatkomponenten
Osteoporose: Erkrankung des Knochens mit einhergehendem Abbau der Knochensubstanz
Osteomalazie: Erkrankung des Knochens mit einhergehender schmerzhafter Knochenerweichung
kongenital: vererbt bzw. angeboren
anamnestisch: die Vorgeschichte einer Krankheit betreffend
neurologisch: die Nerven betreffend
Mikroseperation:  Vergrößerung des Gelenkspalts infolge von Bewegung
Luxation: Entkoppelung des Gelenks; auskegeln
Subluxation: nicht vollständiges Entkoppeln oder Auskegeln des Gelenkes
kardiovaskulär: das Herz und seine Gefäße betreffend
Hämatom: Bluterguss
nicht-aktiv:  nicht mit einer Energiequelle ausgestattet (z. Bsp. Batterie)
ferro-magnetisch:  Magnetismus v. Eisen (Kobalt, Nickel u.a.); „nicht ferro-magnetisch“ bedeutet, dass die Materialien von sich aus nicht magnetisch sind.
dia-magnetisch: betrifft Materialien, die von sich aus nicht magnetisch sind, es jedoch durch andere werden können.
MR Conditional: spezielle Bezeichnung für Radiologen, um Materialien zu kennzeichnen, die unter bestimmten Bedingungen während der MR Untersuchung, keine unbekannten Gefahren, Schwierigkeiten o. Risiken aufweisen werden.